Der Boden, unsere Alma Mater

Säen Es kommt nicht von ungefähr, dass Boden Mutterboden genannt wird. Der Boden ist die Matrix für unser Leben. Auf ihm wachsen Pflanzen, die uns ernähren. Er filtert Schadstoffe aus dem Regenwasser und schützt damit unser Grundwasser. In lockerem, lebendigem Boden werden Wasser und Nährstoffe gespeichert, die Pflanzen auch über Trockenphasen hinweg versorgen. Ein intakter Boden kann große Mengen an CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen und speichern und somit zur Abmilderung des Klimawandels beitragen. Der Boden ist sehr vielfältig und hat große Bedeutung für unsere Artenvielfalt. Über Jahrmillionen entstanden ist er die Haut unseres Planeten, die uns mit allem Lebens-notwendigen versorgt.
Trotz dieser unschätzbar wichtigen Funktionen, die der Boden für uns hat, fällt diese wertvolle, nicht erneuerbare Ressource täglich unserer Zerstörung zum Opfer. So ist zum Beispiel der Abbau von Hochmoortorf, der als Pflanzenerde billig in unseren Discountern landet, ökologisch und langfristig gesehen sehr teuer: Zum einen werden wichtige Ökosysteme und Wasserspeicher zerstört, zum anderen gelangen große Mengen an klimaschädlichem CO2 in unsere Atmosphäre. Die Torferde, die in Balkonkästen nach einer Saison ausgelaugt ist, wird oft achtlos entsorgt und landet auf dem Müll. Auch die Verunreinigung durch Chemikalien bspw. durch übermäßiges Düngen und Spritzen mit Pestiziden, was besonders in der industriellen Landwirtschaft verbreitet ist, zerstört intakte Böden und darin lebende Mikroorganismen. Diese sind aber für die Neubildung von Humus und die Bereitstellung von Nährstoffen für Pflanzen unabdingbar. Hinzu kommt, dass täglich 70 Hektar Boden in Deutschland durch den Straßen- und Siedlungsbau versiegelt werden. Hiervon werden ca. 45 % der Fläche vollkommen luft- und wasserdicht verschlossen, was 44 Fußballfeldern entspricht. Die Folge davon ist, dass der darunterliegende Boden mit seinen Lebewesen stirbt.
Um auf die Bedeutung des Bodens und seine Schutzwürdigkeit hinzuweisen, haben die Vereinten Nationen 2015 zum „Internationalen Jahr des Bodens“ erklärt. Auch wir von düsselgrün wollen etwas zum Schutz des Bodens beitragen. Zum einen, indem wir organische Garten- und Küchenabfälle* in unserem Garten kompostieren und damit neuen Humus entstehen lassen, der biologischer Dünger für unsere Pflanzen darstellt. Zum anderen, indem wir darauf achten, dass zugekaufte Erde torffrei ist. Nicht zuletzt ist auch die Erhaltung von Grünflächen, wie unseres Gemeinschaftsgartens, in Städten wichtig: Denn nicht versiegelte, grüne Flächen nehmen Wasser auf und geben es über Verdunstung wieder ab. Man spricht von Verdunstungskälte, die in Städten Hitzestaus vermeiden hilft. Wer kennt nicht den Effekt, dass der nahegelegene Stadtpark im Sommer ein paar angenehme Grad kühler ist als die asphaltierten Straßen im eigenen Wohnviertel…
Wenn Du auch ab und zu mit Deinen Händen im Boden wühlen und ein wenig kühles Grün in der Stadt genießen willst, komm zu unseren Offenen Gartentreffen, jeweils mittwochs ab 18 Uhr und sonntags ab 15 Uhr (s. auch Kalender). Auch wenn wir keine Experten zum Thema Boden sind, kansnt Du Vieles über das eigene Machen und Beobachten lernen.
Mehr Infos zum Boden allgemein und zum Jahr des Bodens findest Du unter folgenden Links:
„Bodenwelten“ – sehr informative und anschauliche Webseite des Bundesverbandes Boden e.V.
Umweltbundesamt – Informationen zu deutschlandweiten Veranstaltungen, Tagungen, Workshops zum „Jahr des Bodens 2015“ 

*Zu diesen zählen nur ungekochte Gemüse- und Obstabfälle, unbehandeltes Holz und Gartenabfälle.
Text: Julia Wegenast

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